Eingerahmt
vom neuen Kunstobjekt in Haltingen (von links): Professor Hans H. Hofstätter,
Oberbürgermeister Wolfgang Dietz, der Künstler Bernd Goering,
Sparkassendirektor Georg Belle, Ortsvorsteher Christoph Huber und Kulturamtsleiter
Tonio Passlick. Foto: Siegfried Feuchter |
Dank Sparkasse
Kunstobjekt von Bernd Goering in Haltingen
Weil am Rhein (sif). Ein überzeugendes Formspiel
mit inhaltlicher Dimension - so charakterisierte Prof. Hans H. Hofstätter
gestern die Skulptur von Bernd Goering, die auf dem Platz gegenüber
dem Haltinger Rathaus aufgestellt wurde. Die Sparkassenstiftung hat
dieses Kunstobjekt ermöglicht.
Zwei
Rahmen aus Beton prägen künftig den Platz gegenüber dem
Rathaus, der neu gestaltet wird. Aus einem Ideenwettbewerb, an dem sich
fünf Markgräfler Künstler beteiligten, ging Bernd Goering
aus Egringen einstimmig als Sieger hervor. Die 1988 zur Förderung
von Kunst und Kultur gegründete Stiftung der Sparkasse Markgräflerland,
aus deren Erträge jährlich 50 000 Euro für Kunst und
Kultur ausgeschüttet werden, erklärte sich bereit, die Skulptur
mit 20 000 Euro sowie den notwendigen Sockel mit 3500 Euro zu finanzieren.
"Dieses Jahr war Haltingen an der Reihe", sagte der Vorstandsvorsitzende
der Sparkasse, Georg Belle, der sich darin mit Oberbürgermeister
Wolfgang Dietz nach einem Gespräch einig war. Dies zumal, da Haltingen
der größte Ortsteil im Geschäftsgebiet der Sparkasse
ist. Belle freute sich auch, dass mit Bernd Goering, ein Gewinner des
von der Sparkasse ausgelobten Markgräfler Kunstpreises (1998),
den Zuschlag bekommen hat. Auch OB Dietz bekräftigte in seinem
Dank an die Sparkasse: "Ein Kunstwerk für Haltingen war an
der Zeit."
Bernd Goering erzählte, wie es zur Idee für diese Skulptur
kam. In Gesprächen mit Ortsvorsteher Christoph Huber hatte er erfahren,
dass auf diesem Platz früher ein Bauernhaus stand, in dem als Nebenerwerb
auch Schüttsteine und Fensterbänke aus Beton angefertigt wurden.
Dieser historische Bezug bewog ihn, aus Beton etwas zu machen. Als er
dann noch erfuhr, dass sich heute nach den standesamtlichen Trauungen
auf dem Platz gerne Brautpaare fotografieren lassen, entschloss er sich,
dem Ganzen einen Rahmen zu geben. "Ich hoffe, die Haltinger haben
viel Freude daran und das Kunstwerk erhöht die Aufenthaltsqualität",
sagte Goering, der auch der Firma Bächle aus Eimeldingen für
die gute Arbeit beim Aufstellen der Skulptur dankte, während die
jeweils drei Tonnen schweren Betonrahmen von der Firma Birkenmeier aus
Breisach angefertigt wurden.
Dass dies der Fall sein wird, davon ist Prof. Hofstätter, Fachbeirat
in der Kunststiftung der Sparkasse, überzeugt. Er ging kurz auf
die formalen und inhaltlichen Aussagen ein und bezeichnete den Rahmen
für Hochzeitspaare und als Kulisse für Fotografen als ideal.
Die beiden Rahmen könne man als ein Paar symbolisieren mit vielerlei
Berührungspunkten. Die Form der Quadratur bezeichnete Hochstätter
als Symbol für das Festgefügte und Gleichmäßige.
"Das Kunstobjekt ist nicht nur ein Formspiel, sondern man findet
in ihm auch einen tieferen Sinn", stellte der Kunstprofessor fest.
Kulturamtsleiter Tonio Paßlick erinnerte daran, dass der Künstler
Bernd Goering in der Stadt kein Unbekannter ist, hatte er doch schon
zur Landesgartenschau die von der Sparkasse Markgräflerland finanzierten
13 Stelen geschaffen, die jetzt vor dem Stapflehus stehen.
|
Badische
Zeitung vom 20. August 2003:
Wohl
durchdachte Skulptur
Goerings Objekt im Haltinger Ortskern errichtet / Stiftung
der Sparkasse übernimmt Kosten
WEIL AM RHEIN-HALTINGEN (hf). Darüber wird man in Haltingen reden:
Das Objekt des Egringer Künstlers Bernd Goering, das gestern auf
dem Rathausplatz errichtet wurde, lässt Raum für vielfältige
Assoziationen.
Auf
jeden Fall, darin waren sich OB Wolfgang Dietz, Ortsvorsteher Christoph
Huber, Sparkassendirektor Georg Belle, Kulturamtsleiter Tonio Paßlick
und Kunstprofessor Hans H. Hofstätter einig, erhält Haltingens
Ortsmitte damit einen attraktiven Blickfang. Und dies völlig kostenlos,
da die Kunst- und Kulturstiftung der Sparkasse Markgräflerland
die Kosten für Objekt und Fundament, immerhin 23 500 Euro, komplett
übernimmt. Die Umgestaltung des Platzes trägt ein privater
Sponsor, der nicht genannt werden will.
Goering und Hofstätter erläuterten die imposante Skulptur.
Zum einen spielt das Material, Beton, auf jenen Haltinger "Zementer"
an, der in dem Bauernhaus wohnte, das einst auf diesem Platz gegenüber
der Ortsverwaltung stand. Zum anderen betont die Skulptur die Tatsache,
dass der Platz von Brautpaaren nach der Trauung als Fotokulisse genutzt
wird. Die beiden jeweils drei Tonnen schweren Quadrate, die ein gemeinsames
Fundament haben, eine eindimensionale Symmetrie aber konsequent verweigern,
bieten nun wortwörtlich einen Rahmen dafür.
Das Rahmenpaar, so der Experte, symbolisiere Festigkeit, aber auch eine
über die gemeinsamen Berührungspunkte hinaus gehende Bewahrung
der Individualität. Es sei somit Symbol einer idealen Partnerschaft,
wie sie auch zwischen Stadtteil und Stadt herrschen sollte. Die Einweihung
ist am 4. Oktober beim Markgräfler Einkaufstag. |