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Niederrimsingen 2001, Birkenmeier Stein + Design (2. Steinguss-Symposium)
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Höhe ca. 3m
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Bei dieser jetzt entstandenen Arbeit ergab sich für mich eine völlig neue, fast umgekehrte Arbeitsweise. Anstatt wie gewohnt dem Stein die von mir gewollte Form zu geben, dass heisst ihn mit Werkzeugen zu bearbeiten um sein Volumen zu verringern, musste ich sein Volumen sozusagen erst einmal vergrössern. Mit Hilfe von Fachleuten der Firma Birkenmeier wurde dem Stein eine ca. 4 cm dicke und 150 kg schwere elastische Haut gegeben, das Negativ, die Gussform für die drei gegossenen "Kunststeine". Anstatt einen bestimmten Stein zu bestellen, musste die Zusammensetzung der Betonmischung festgelegt werden (...lieber eine Prise mehr weissen Zuschlag, oder vielleicht doch...). Dann folgte der erste Guss, das Betonieren. Es gab keinen Entstehungsprozess mit langsamen Herantasten an die endgültige Form wie beim Naturstein. Nach einigen Tagen Wartezeit wurde das ausgehärtete Stück ausgeschalt und dieser Vorgang glich schon fast ein wenig dem entschiedenen und doch vorsichtigen Entfernen von Geschenkpapier.
Die Qualitäten des Betons als Werkstoff sind grundsätzlich andere, als die des Natursteins, der bisher mein bevorzugtes Arbeitsmaterial war. Viele Bearbeitungstechniken von Naturstein lassen sich zwar auch auf Beton übertragen, wie zum Beispiel spitzen, stocken, scharrieren, sägen, polieren etc. Jedoch hat Beton keine eigene Form, es gibt keinen vorgegebenen Block, der gleichzeitig Material und auch Begrenzung der entstehenden Skulptur ist. Die entstehende Form ist innerhalb der physikalischen Möglichkeiten völlig frei, kann in unzähligen Farbvariationen und praktisch in beliebiger Grösse hergestellt werden. Und sie ist reproduzierbar.
Der eigentliche Reiz des Werkstoffes liegt für mich darin, dass Beton ein abbildendes Material ist, eben ohne eigene Form, diese wird erst durch die verwendete Schalung bestimmt. Dabei übernimmt der Beton die Oberfläche der Schalung als Negativ, vergleichbar vielleicht mit einem Spiegel, der das Gegenüber umgekehrt (spiegelbildlich) wiedergibt. Ist die Schalung ein Negativ einer bereits bestehenden Form, dann entsteht eine Kopie, ein Klon, des Originals.
Es war für mich spannend, "Kunststeine" herzustellen, deren ungleichmässige, ja zerklüftete äussere Form absolut identisch ist, identisch mit dem aus einem grossen Block gebrochenen indischen Granit, der als Vorlage diente. So enstanden 4 Steine in einer äusseren Übereinstimmung, wie sie in der Natur nicht vorkommt. Leicht pikant ist vielleicht, dass die "Kunststeine" dabei aus vielen verschiedenen zerkleinerten und gemahlenen Natursteinen, wie zum Beispiel Basalt, gemischt und hergestellt wurden.
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